Karpfen angeln: Dieser Fehler im Futtereimer kostet Fische

Karpfen angeln: ruhiger See mit Schilf und flachem Ufer (Symbolbild)

Der größte Fehler beim Karpfen angeln passiert für mich nicht im Wasser, sondern im Futtereimer. Wer zu viel und zu wahllos füttert, macht die Fische satt, bevor sein Köder überhaupt eine Chance hat. Der Karpfen dankt höflich und frisst woanders weiter. Hier: warum das jetzt im Herbst zählt, was eine Ehefrau mit der wichtigsten Karpfenmontage zu tun hat und welche neun Fehler dich Fische kosten.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Karpfen suchen Deckung und Futter: Kraut, Schilf, überhängende Bäume, Plateaus. Im Herbst rutschen sie tiefer.
  • Als Einstieg reichen zwei Karpfenruten, Freilaufrollen, Bissanzeiger, ein großer Karpfenkescher und eine nasse Abhakmatte.
  • Die Standardmontage ist die Haarmontage als Selbsthakmontage mit Festblei am Bleiclip.
  • Kleinere Haken bringen laut Studie mehr gelandete Karpfen und weniger Verletzungen.
  • Füttere lieber zu wenig als zu viel. Je kälter das Wasser, desto sparsamer.
  • Schonzeit und Mindestmaß regelt jedes Bundesland selbst. Vorher nachlesen.

1. Karpfen angeln: Was du über den Fisch wissen musst

Der Karpfen ist ein echter Weitgereister. Seine Wildform stammt unter anderem aus dem Donauraum, und dass er heute fast überall schwimmt, haben wir zu einem guten Teil Mönchen zu verdanken: Sie verbreiteten zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert die Teichhaltung in Europa (Wikipedia).

Karpfen werden meist mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif, laichen zwischen April und Juli, und das Laichen beginnt bei etwa 16 bis 18 °C Wassertemperatur (PMC). Mein Rat: Laichende Karpfen in Ruhe lassen.

Der Karpfen überlebt Wasser zwischen 3 und 35 °C, wohl fühlt er sich zwischen 23 und 30 °C (Wikipedia). Genau daraus baue ich dir weiter unten eine Temperatur-Treppe für den Herbst.

64 Jahre So alt wurde der älteste dokumentierte Karpfen. Der schwerste Rekordfisch brachte 45,59 kg auf die Waage (Colin Smith, 2013, Etang La Saussaie, Frankreich). Quelle: Wikipedia, Common carp

Ein Fisch, der so alt werden kann, hat schon einige Angler kommen und gehen sehen. Also erst mal: Wo hält er sich auf?

2. Wo stehen Karpfen? Spots erkennen

Karpfen wollen Futter und Sicherheit, darum findest du sie fast immer an Strukturen: Schilfgürtel, Seerosenfelder, Krautkanten, überhängende Bäume und versunkene Äste sind klassische Plätze. Dazu kommen Plateaus und Bänke, auf denen sich oft Muscheln, Schnecken und Larven finden.

Im Frühjahr und Sommer ziehen die Fische gern ins flache, schneller warme Wasser, im Herbst und Winter in tiefere Bereiche. Bevor du auswirfst: Erst eine Runde ums Wasser gehen. Fressblasen, eingetrübtes Wasser, springende Fische oder wackelndes Schilf sagen dir mehr als jede Karte.

Den Grund lesen

Ob unten Schlamm, Kies oder Kraut liegt, entscheidet über die Montage. Wie du mit einem Echolot den Grund lesen und harte Stellen finden kannst, habe ich separat aufgeschrieben. Ohne Echolot kannst du den Grund mit einem Blei abtasten: Ein harter Aufschlag fühlt sich anders an als weiches Einsinken.

Mein Rat: Angle nicht dicht an Hindernissen wie versunkenen Bäumen, wenn du den Fisch dort im Drill nicht sicher herausbekommst. So sieht es auch der niederländische Anglerverband (Sportvisserij Nederland).

Den Spot hast du. Fehlt das Gerät.

3. Ausrüstung für Einsteiger

Manches Karpfenlager am Ufer sieht aus wie ein mittlerer Umzug. Für den Anfang brauchst du deutlich weniger, und es zählen Kriterien, keine Marken.

Bei der Karpfenrute würde ich als Einsteiger zu einer Testkurve von etwa 2,75 bis 3 lb greifen, bei einer Länge um 3,60 m. Dazu eine Freilaufrolle, damit der Karpfen nach dem Biss Schnur abziehen kann, statt die Rute ins Wasser zu reißen.

Als Hauptschnur würde ich am Karpfenwasser eher eine monofile Schnur nehmen, weil sie dehnt und Kopfstöße abpuffert. Mehr zur Abwägung steht in meinem Beitrag zur Frage, welche Schnurstärke du wählen solltest.

TeilWorauf du achten solltest (mein Rat)
2 KarpfenrutenTestkurve etwa 2,75 bis 3 lb, Länge um 3,60 m
2 FreilaufrollenSauber laufende Bremse, Freilauf leicht einstellbar
HauptschnurMonofile Schnur um 0,30 bis 0,35 mm, Tragkraft um 7 bis 9 kg
BissanzeigerElektronisch, mit Lautstärkeregler, dazu Swinger oder Hanger
Rod Pod oder BanksticksRod Pod für harten Boden, Banksticks für weiches Ufer
KarpfenkescherGroß, die Öffnung grob einen Meter breit
AbhakmatteGroß, gut gepolstert, mit erhöhtem Rand
KleinteileKarpfenhaken, Vorfachmaterial, Festbleie, Bleiclips, Anti-Tangle-Schlauch, Boilie-Stopper, Ködernadel, Lösezange

Bei Kescher und Abhakmatte würde ich nicht sparen, beides ist Fischschutz. Warum die Matte nass sein muss, kläre ich in Abschnitt 9. Jetzt zum Herzstück, und das hat eine ziemlich private Vorgeschichte.

4. Karpfenmontage: Haarmontage mit Festblei

Die wichtigste Karpfenmontage der Welt begann mit dem Haar einer Ehefrau.

Die Haarmontage geht auf die Briten Len Middleton und Kevin Maddocks zurück. Das erste „Haar“ war echtes Menschenhaar von Lens Frau, weil sein eigenes zu lockig war. Getestet wurde mit Karpfen in einem Becken bei Len zu Hause. Populär wurde die Montage in den 1980ern. Quelle: Wikipedia, Hair rig

Der Köder hängt nicht direkt am Haken, sondern an einem kurzen Stück Vorfach dahinter, dem Haar. Der Karpfen saugt den Köder ein, der Haken kommt frei mit ins Maul. Will er den Köder wieder ausstoßen, greift die Hakenspitze in der Unterlippe.

Kombiniert wird das mit einem Festblei, meist am Bleiclip. Das schwere Blei sorgt dafür, dass sich der Haken beim Wegschwimmen selbst setzt. Darum heißt das Ganze Selbsthakmontage. Der Bleiclip sorgt dafür, dass sich das Blei bei einem Abriss lösen kann und der Fisch kein Gewicht hinter sich herschleppt.

Haarmontage Schritt für Schritt

  1. Schneide etwa 20 cm Vorfachmaterial ab und binde an ein Ende eine kleine Schlaufe. Dieses kurze Ende wird später dein Haar.
  2. Zieh die Haarschlaufe mit der Ködernadel durch den Boilie und sichere ihn mit einem Boilie-Stopper.
  3. Binde den Haken mit einem No-Knot so an, dass das Haar an der Innenseite des Hakenschenkels austritt und der Köder knapp unter dem Hakenbogen hängt.
  4. Binde ans andere Ende einen Wirbel, der in den Bleiclip passt.
  5. Fädle Anti-Tangle-Schlauch und Bleiclip auf die Hauptschnur, knote die Hauptschnur an das freie Öhr des Vorfachwirbels, drück den Wirbel in den Clip, häng das Blei ein und schieb den Gummikonus nur leicht über den Clip, damit sich das Blei im Notfall lösen kann.

Faustregel für das Haar: Zwischen Hakenbogen und Köder würde ich etwa 0,5 bis 1 cm Abstand lassen. Zu lang, und der Karpfen frisst den Köder, ohne dass der Haken greift. Zu kurz, und der Haken dreht sich schlecht. Als Vorfachlänge würde ich mit 15 bis 20 cm starten, beim Blei mit etwa 80 bis 100 g.

Die Montage steht. Aber was hängt eigentlich am Haar? Hier fängt bei vielen der Kaufrausch an.

5. Boilies, Mais, Pellets: der richtige Karpfen-Köder

Ein Boilie ist eine gekochte Teigkugel, und genau das Kochen macht ihn hart. Dadurch ist er gezielter auf Karpfen ausgerichtet, kleinere Weißfische und Brassen kommen schlechter damit klar (Sportvisserij Nederland).

Sinkend, Pop-up, Wafter

Ein sinkender Boilie liegt flach auf dem Grund. Pop-up-Boilies schwimmen auf und stehen über dem Haken im Wasser, praktisch über Kraut oder Schlamm. Ein Wafter liegt dazwischen: Er sinkt ganz langsam ab und liegt fast schwerelos, so dass er beim Ansaugen leichter ins Maul gleitet. Mein Rat für den Anfang: Größen zwischen 15 und 20 mm, damit kommst du an den meisten Gewässern gut zurecht.

Boilies sind aber nicht alles. Mais, Tigernüsse, Pellets und andere Partikel fangen ebenfalls Karpfen. Und wer ganz ohne Boilie starten will, kann es klassisch probieren: Wie du mit Wurm angelst, steht in meinem Tauwurm-Beitrag.

Boilies selber machen

Boilies selber machen ist weniger Hexerei, als viele denken. Wie wild man das treiben kann, haben wir mal mit reinen Supermarkt-Zutaten ausprobiert.

Aus meinen Videos

Für ein verrücktes Köder-Experiment haben wir Boilies nur aus Supermarkt-Zutaten gebaut, nach einem „Tropical Boilie“-Rezept aus dem Internet. Hergestellt haben wir sie am See bei Jan Borek mit seiner Ausrüstung: Teig mischen, kneten, in Rollen pressen, zu Kugeln formen, kochen und zum Schluss mit Erdbeerkakao ummanteln. Jan und ich setzten auf Vanille-Erdbeer, David auf Chili mit Hundefutter-Anteil. Die Fische ließen nicht lange auf sich warten.

Mein Rat: Mach dir ums perfekte Rezept nicht zu viele Gedanken. Entscheidender ist, wie viel du davon ins Wasser wirfst. Vorher noch eine Methode, die Einsteigern das Leben leichter macht.

6. Method Feeder: der leichtere Einstieg?

Der Method Feeder ist eine Feedermontage, die zuverlässig Karpfen fängt. Das Prinzip: Ein Method-Korb sitzt auf der Hauptschnur, dahinter folgt ein kurzes Vorfach mit dem Hakenköder. Du presst Futter um den Korb und drückst den Köder, zum Beispiel ein Pellet, einen Wafter oder einen Mini-Boilie, direkt ins Futter hinein.

Auf dem Grund zerfällt das Futter langsam, und dein Köder liegt mitten im kleinen Futterhaufen. Der Karpfen frisst sich heran, nimmt den Köder auf, und durch das Gewicht des Korbs hakt er sich beim Wegschwimmen selbst.

Mein Rat zur Method-Feeder-Montage: Das Vorfach würde ich kurz halten, etwa 8 bis 12 cm, damit der Köder sicher im Futter liegt. Das Futter sollte so feucht sein, dass es am Korb hält, aber auf dem Grund zügig zerfällt. Drück es per Hand oder mit einer passenden Form an.

Meine EinschätzungMethod FeederKlassisch mit Boilie und Festblei
AufwandGering, schnell aufgebautHöher, Futterplatz und Montage brauchen Planung
AusrüstungFeederrute oder leichte Karpfenrute, Method-KorbKarpfenruten, Freilaufrollen, Bissanzeiger, Rod Pod
GewässerKleine bis mittlere Seen, VereinsteicheAuch große Seen und Flüsse
SitzungsdauerEin paar Stunden, aktiv werfenLange Sitzungen, auch über Nacht (wo erlaubt)
ZielgrößeEher kleine und mittlere KarpfenGezielt auf größere Fische
BeifangHäufiger, etwa Brassen und SchleienSeltener dank harter Boilies

Meine Meinung: Wer zum ersten Mal Karpfen fangen will, ist mit dem Method Feeder an einem kleinen See gut beraten. Wer gezielt große Fische will, kommt an Boilies kaum vorbei. Bei beiden Wegen lauert aber derselbe Fehler, den ich dir ganz oben versprochen habe.

7. Karpfen anfüttern: Wie viel ist zu viel?

Viele Einsteiger denken: Viel hilft viel. Das stimmt beim Grillen, am Karpfenwasser leider nicht. Also fliegen kiloweise Boilies ins Wasser. Das Problem: Ein satter Karpfen hat keinen Grund mehr, ausgerechnet deinen Hakenköder zu nehmen.

Dazu kommt das Gewässer selbst. Futter, das niemand frisst, zerfällt am Grund und bringt Nährstoffe ins Wasser. Eine kleine ungarische Laborarbeit hat das für den Balaton grob hochgerechnet.

Ergebnis: Anfutter könnte dort etwa 0,11 bis 0,35 t Phosphor pro Woche zusätzlich ins Wasser bringen. Das ist eine Hochrechnung aus einem kleinen Laborversuch, keine Messung im See (Kovács 2025). Die Autorin sieht möglicherweise einen größeren Beitrag zur Überdüngung, betont aber, dass es kaum Studien dazu gibt.

Ein Beweis für jedes Gewässer ist das nicht, aber ein guter Grund, bewusst zu füttern. Ich würde deshalb lieber wenig und gezielt füttern und dann nachlegen, wenn die Fische da sind. Das ist besser fürs Wasser und meist auch für deine Bissquote.

Gezielt statt flächig

Ein PVA-Beutel ist dafür ein starkes Werkzeug. Du füllst ein paar Pellets oder zerkleinerte Boilies hinein, hängst ihn an den Haken, und er löst sich am Grund auf. So liegt eine kleine Portion genau um deinen Köder.

Aus meinen Videos

An einem kleinen Fluss in Bayern haben wir genau so geangelt: angeschnittener Boilie, damit mehr Geruchsstoffe austreten, plus PVA-Beutel. Es kamen mehrere Karpfen, darunter ein kleiner Spiegelkarpfen. Nachts biss eine Barbe, und morgens fing Felix noch einen Schuppenkarpfen.

Wie viel sinnvoll ist, hängt von der Jahreszeit ab. Und im Oktober verschiebt sich gerade alles.

8. Karpfenangeln im Herbst: die Temperatur-Treppe

Karpfenangeln im Herbst hat einen besonderen Reiz. Belegt ist: Der Karpfen fühlt sich zwischen 23 und 30 °C am wohlsten und überlebt bis hinunter auf 3 °C. Was dazwischen passiert, kannst du dir als Treppe vorstellen.

Die Tabelle ist keine Studie, sondern eine Faustregel: Je kälter das Wasser, desto langsamer der Stoffwechsel, desto weniger frisst der Fisch. Ein Wasserthermometer an einer Schnur reicht zum Messen.

WassertemperaturFuttermenge (Faustregel)Köder (mein Rat)Spots (mein Rat)
über 18 °CNormal bis großzügigBoilies, Partikel, Futterplatz aufbauenFlachwasser, Kraut, Plateaus
14 bis 18 °CEtwas reduzierenBoilies, PVA-BeutelÜbergänge von flach zu tief
10 bis 14 °CDeutlich wenigerKleinere Boilies, Pop-ups, WafterTiefere Bereiche, windzugewandtes Ufer
6 bis 10 °CNur eine HandvollKleine, auffällige Köder, einzelne Pop-upsPlätze mit Restwärme, tiefe Löcher
unter 6 °CKaum bis gar nichtEinzelköder ohne FutterTiefste Stellen, windgeschützte Buchten

Mein Rat: Je weiter du die Treppe hinuntergehst, desto mehr würde ich auf kleine, auffällige Köder setzen und desto mehr Zeit in die Platzwahl investieren.

Und ganz ehrlich: Auch mit guter Vorbereitung gibt es Tage, an denen das Karpfenwasser einfach nicht mitspielt. Ich hatte so einen, und zwar einen von der Sorte, bei der die Bissanzeiger die ganze Nacht stumm bleiben.

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24 Stunden auf große Karpfen in einem riesigen Berliner Gewässersystem, mit Hausboot: Es gab keine Futterplätze, und wir wussten nicht, wann und was die Karpfen dort fressen. Über Nacht blieb es an den Ruten still. Den Fisch des Tages gab es erst am Morgen, als es mit Muri an die Spinnrute ging: einen Hecht von etwa einem Meter auf Gummiköder.

Meine Lehre daraus, neben der Erkenntnis, dass Hechte offenbar keine Karpfen-Pläne respektieren: Ohne Futterplatz und ohne Gewässerkenntnis wird ein Großgewässer richtig zäh. Wenn du an so ein Wasser gehst, würde ich vorher ein paar Tage gezielt und sparsam vorfüttern oder mit erfahrenen Anglern vor Ort sprechen.

Und wenn es dir im Winter am Karpfenwasser zu still wird, kann die Spinnrute eine echte Alternative sein. Meine Köderbox ist auf Raubfisch ausgelegt, nicht auf Karpfen: Better Fishing, die Box, die ich mit meiner Jury zusammenstelle, bringt dir jeden Monat Raubfisch-Kunstköder nach Hause.

Zurück zum Karpfen. Denn der spannendste Moment kommt erst, wenn der Bissanzeiger losschreit.

9. Drill, Keschern, Abhakmatte: So geht der Karpfen gesund zurück

Wenn der Bissanzeiger durchläuft, nimm die Rute auf, schalte den Freilauf aus und halte die Schnur auf Spannung. Bei der Selbsthakmontage sitzt der Haken meist schon. Dann heißt es: Ruhe bewahren, Bremse arbeiten lassen und den Fisch mit gleichmäßigem Druck heranführen.

Die Bremse würde ich vor dem Angeln so einstellen, dass sie bei einem kräftigen Ruck nachgibt, lange bevor die Schnur reißt. Keschern würde ich so: Kescher ins Wasser, Fisch über das Netz ziehen, nicht dem Fisch hinterherstochern.

Warum die Matte nass sein muss

Eine trockene Matte entzieht der Schleimhaut des Fisches Feuchtigkeit, und diese Schleimhaut ist sein Schutzschild gegen Krankheiten. Der niederländische Anglerverband empfiehlt eine nasse, große Abhakmatte und eine kurze, sorgfältige Behandlung (Sportvisserij Nederland). Den Fisch also nur kurz aus dem Wasser nehmen.

Mythos

Für große Karpfen brauchst du große Haken, sonst schlitzen sie aus.

Wahrheit

Eine Studie von Rapp, Cooke und Arlinghaus (2008) fand bei Selbsthakmontagen mit kleineren Haken mehr gelandete Karpfen und weniger Verletzungen. Beim Grundangeln mit Mais waren die Karpfen mit kleinen Haken im Schnitt sogar größer. Referiert in Bursell und Arlinghaus 2018 (PeerJ).

Das widerspricht dem Bauchgefühl vieler Angler. Meine Empfehlung: Wähle den Karpfenhaken passend zur Ködergröße, nicht zur erhofften Fischgröße. Und achte darauf, dass er wirklich scharf ist.

  • Abhakmatte vor dem Drill nass machen und bereitlegen
  • Lösezange griffbereit haben
  • Fisch nur kurz aus dem Wasser nehmen
  • Mit nassen Händen anfassen, nie in die Kiemen greifen
  • Fürs Foto tief über der Matte bleiben, kniend statt stehend
  • Fisch im Wasser halten, bis er von selbst wegschwimmt

Darfst und willst du einen Karpfen mitnehmen, findest du in meinem Grill-Beitrag, wie du Karpfen zubereitest. Bevor es so weit ist, schauen wir aber auf die Fehler, die einen Fang meist verhindern.

10. Die 9 typischen Anfängerfehler

Hier mein Rat aus allem bisher, zum Abhaken vor dem nächsten Ansitz.

  • Überfüttern: Der Klassiker aus dem Futtereimer. Lieber wenig, gezielt und nachlegen.
  • Stumpfer Haken: Bleibt die Spitze nicht leicht am Daumennagel hängen, wechsel den Haken.
  • Haar zu lang oder zu kurz: Als Faustregel etwa 0,5 bis 1 cm Abstand zwischen Hakenbogen und Köder.
  • Zu kleiner Kescher: Ein großer Karpfen passt nicht in einen Forellenkescher.
  • Trockene Abhakmatte: Immer nass machen, bevor der Fisch drauf kommt.
  • Zu leichtes Blei: Dann bleibt der Selbsthakeffekt aus.
  • Bremse falsch eingestellt: Zu fest, und die Schnur reißt. Zu locker, und der Fisch flüchtet ins Hindernis.
  • Fisch zu lange an Land: Haken lösen, eventuell ein Foto, zurück.
  • Schnur nicht auf Spannung: Nach dem Auswerfen würde ich die Schnur leicht straffen, damit Bissanzeiger und Blei sauber arbeiten.

Wenn du nur einen Punkt mitnimmst, dann den ersten. Bleibt noch die Frage, wann und wo du überhaupt angeln darfst.

11. Schonzeit, Mindestmaß, Nachtangeln

Ob es eine Karpfen-Schonzeit gibt und welches Karpfen-Mindestmaß gilt, regelt jedes Bundesland selbst. Dazu kommt oft die Gewässerordnung deines Vereins. Hier zwei Beispiele, Stand 19.10.2026. Das ist keine Rechtsberatung: Prüf immer die aktuelle Fassung.

BundeslandSchonzeitMindestmaßQuelle
Brandenburgkeine35 cmMLEUV Brandenburg
Bayernkeine35 cm (Schonmaß)AVBayFiG, Anlage 1
Andere Bundesländerunterschiedlich, im Landesfischereigesetz und der Gewässerordnung nachlesenFischereibehörde, Verein

Ob du nachts angeln darfst und wie viele Ruten erlaubt sind, steht oft im Erlaubnisschein. Deshalb: Frag vorher beim Verein oder Verpächter nach, gerade bei langen Sitzungen über Nacht. Und falls dir noch der Fischereischein fehlt, findest du hier alles zum Angelschein online.

12. Häufige Fragen

Welcher Köder ist der beste für Karpfen?

Den einen besten Köder gibt es nicht, für das gezielte Angeln auf Karpfen sind Boilies aber der Standard, weil sie hart sind und weniger Beifang bringen.

Wann beißen Karpfen am besten?

Karpfen sind am aktivsten bei warmem Wasser, ihr Wohlfühlbereich liegt zwischen 23 und 30 °C. Mein Rat zur Tageszeit: Dämmerung und Nacht sind einen Versuch wert, wo Nachtangeln erlaubt ist. Im Herbst würde ich mit sinkender Temperatur immer sparsamer füttern.

Wie lang muss das Haar bei der Haarmontage sein?

Als Faustregel würde ich zwischen Hakenbogen und Köder etwa 0,5 bis 1 cm Abstand lassen.

Welche Boilie-Größe ist gut für Anfänger?

Ich würde Boilies zwischen 15 und 20 mm nehmen, damit kommst du an den meisten Gewässern gut zurecht. Im kalten Wasser würde ich eher kleiner werden.

Kann man mit dem Method Feeder auf Karpfen angeln?

Ja, der Method Feeder fängt zuverlässig Karpfen und ist ein guter Einstieg, vor allem an kleinen und mittleren Seen. Rechne aber mit mehr Beifang als beim Boilie-Angeln.

Hat der Karpfen eine Schonzeit?

Das hängt vom Bundesland ab: In Brandenburg und Bayern gibt es keine Schonzeit, aber ein Mindest- bzw. Schonmaß von 35 cm (Stand 19.10.2026). Andere Länder und Vereine regeln das anders.

Fisch grillen: Fischfilet auf dem Grill Als Nächstes lesen Fisch grillen: Dieser Fehler reißt deinem Zander die Haut ab Und wenn du einen Karpfen mitnimmst: Dort steht auch, wie du ihn zubereitest, damit er nicht nach Modder schmeckt.

Wer hier schreibt

Ich bin Victor Eras und mache den YouTube-Kanal „Ich geh‘ angeln“. Hier im Blog schreibe ich auf, was ich am Wasser lerne, und stelle mit meiner Jury die Better-Fishing-Köderbox zusammen.

Mehr vom Wasser gibt es auf meinem YouTube-Kanal. Abonnier „Ich geh‘ angeln“, dann verpasst du keine neue Folge.

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