Köderfisch: Warum der Hecht ihn tiefer schluckt als Wobbler

Köderfisch-Angeln am Fluss – Symbolbild: Flusslandschaft

Ein Köderfisch riecht und schmeckt wie echte Beute – und laut Studie nimmt der Hecht ihn öfter bis in Kiemen oder Schlund als einen Wobbler. Trotzdem bin ich in meinen Videos mehrfach gegen den Köfi angetreten. Wer im Barsch-Duell 2021 die Nase vorn hatte, Köfi oder Kunstköder, verrate ich dir in Abschnitt 7.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Ein Köderfisch (Köfi, Deadbait) ist ein toter Fisch als Naturköder für Hecht, Zander, Barsch, Wels und Aal.
  • Lebende Köderfische sind in vielen Ländern ausdrücklich verboten, zum Beispiel in Bayern, NRW und Brandenburg – in NRW darfst du sie nicht mal mitführen.
  • Seefische wie Makrele und Hering laufen oft beim Hecht, Süßwasser-Köderfische eher bei Zander, Aal und Wels.
  • Beim Hecht gehört ein Stahlvorfach dran, und der Anhieb muss schnell kommen: Naturköder werden laut Studie häufiger kritisch tief gehakt.
  • In meinen Videos bin ich mehrfach gegen den Köderfisch angetreten – wer gewonnen hat, steht in Abschnitt 7.

1. Köderfisch: Was das ist und warum er im Herbst so stark ist

Ein Köderfisch – unter Anglern kurz Köfi, im Englischen Deadbait – ist ein Fisch, den du als Naturköder für Raubfische anbietest. Hecht, Zander, Barsch, Wels und Aal fressen Fisch. Also bekommen sie genau das, was sie sowieso jagen: kein Lack, keine Rassel, sondern echter Geruch und echtes Fleisch.

In diesem Beitrag geht es um den toten Köderfisch. Warum, steht in Abschnitt 2.

Warum der Köfi gerade im Herbst und Winter so stark ist? Das ist meine Meinung, keine Studie: Wird das Wasser kalt, werden viele Räuber träge. Ein Gummifisch will geführt werden, ein Köderfisch darf auch einfach liegen und duften. Ein Hecht, der keine Lust auf Verfolgungsjagd hat, sammelt so einen leichten Happen gern im Vorbeischwimmen ein.

Dazu kommt der Geruch. Ölige Seefische wie die Makrele ziehen eine Duftspur durchs Wasser, der Hering bringt viel Öl mit, mehr dazu in Abschnitt 3. Der Haken an der Sache: Kaltes Wasser hat beim Hecht eine Kehrseite, was die Hakenposition angeht. Das schauen wir uns in Abschnitt 6 genauer an, denn das betrifft jeden, der Fische zurücksetzen will.

Wo du den Köfi anbietest

Mein Rat: Leg den Köderfisch dahin, wo die Räuber ohnehin auf Beute lauern. Das sind Kanten, eine Krautkante, Steinschüttungen und im Fluss die Bereiche rund um die Buhnen. Wo der Hecht im Gewässer steht, habe ich dir in meinem Beitrag zu den Hotspots beim Hechtangeln ausführlich aufgeschrieben.

Die Ausrüstung in einem Satz

Ich würde eine Rute mit genug Rückgrat für die Ködergröße nehmen, dazu eine Freilaufrolle, Geflochtene als Hauptschnur und beim Hecht immer ein Stahlvorfach. Warum Geflochtene ohne bissfestes Vorfach an Hechtzähnen keine Chance hat, liest du im Beitrag über Geflochtene Schnur und das richtige Vorfach.

Mein Rat: Stell den Freilauf so ein, dass der Fisch beim Biss Schnur nehmen kann, ohne Widerstand zu spüren – und häng einen Bissanzeiger oder Schnurclip dazu. Beim Köfi entscheidet die Aufmerksamkeit, nicht das Glück.

Bevor du jetzt aber mit dem Eimer zum Wasser rennst: Beim lebenden Köderfisch ist rechtlich ganz schnell Schluss.

2. Lebender Köderfisch: Was erlaubt ist

In NRW darfst du einen lebenden Köderfisch nicht mal in der Tasche haben.

§ 6 Abs. 2 LFischVO NRW, Stand 03.07.2026

Kurz vorweg: Ich bin Angler, kein Anwalt, und das hier ist keine Rechtsberatung. Fischereirecht ist Ländersache. Was für dich gilt, steht im Landesfischereigesetz, in der Fischereiverordnung deines Bundeslands und in der Gewässerordnung deines Erlaubnisscheins. Drei Länder und die Schweiz habe ich mir für dich genauer angeschaut.

Bayern

§ 15 Abs. 1 Nr. 3 AVBayFiG verbietet ausdrücklich „das Fischen mit dem lebenden Köderfisch“. Quelle: AVBayFiG § 15 auf gesetze-bayern.de, abgerufen am 27.10.2026.

Nordrhein-Westfalen

NRW geht noch einen Schritt weiter. Nach § 6 Abs. 2 LFischVO dürfen lebende Köderfische weder mitgeführt noch zum Fang verwendet werden. Und § 6 Abs. 1 sagt: Köderfische darfst du nur in dem Gewässer verwenden, aus dem sie stammen – Ausnahme sind miteinander verbundene Gewässer.

Dazu kommt § 5 LFischVO: Geschützte und geschonte Arten dürfen nicht als Köderfisch feilgeboten oder abgegeben werden. Andere Arten fangen Fischereiausübungsberechtigte nur für den Eigenbedarf. Quelle: Landesfischereiverordnung NRW auf recht.nrw.de, Fassung ab 03.07.2026.

Brandenburg

Nach § 6 Abs. 1 BbgFischO dürfen lebende Fische und andere lebende Wirbeltiere nicht als Köder verwendet werden, ebenso wenig Fische, für die ein Fangverbot gilt. Die Behörde kann im Einzelfall lebende Köderfische erlauben, wenn ein „vernünftiger Grund“ vorliegt. Das ist eine Ausnahmegenehmigung, kein Freifahrtschein.

§ 6 Abs. 2 BbgFischO regelt das Herkunftsgewässer: Köderfische nur im Gewässer oder Gewässersystem, aus dem sie stammen. Ausgenommen sind tiefgefrorene oder chemisch konservierte Köderfische und tote Seefische. Quelle: § 6 BbgFischO auf bravors.brandenburg.de, Stand: zuletzt geändert am 05.03.2024.

Schweiz

In der Schweiz verbietet Art. 5b VBGF lebende Köderfische, die Kantone können aber Ausnahmen zulassen. Quelle: Vollzugshilfe des BAFU zu lebenden Köderfischen, abgerufen am 27.10.2026.

Heißt für dich: Der lebende Köderfisch ist in vielen Ländern ausdrücklich verboten, zum Beispiel in Bayern, NRW und Brandenburg. Prüf dein Landesrecht und frag im Zweifel bei der Fischereibehörde deines Bundeslands nach. Falls du noch ganz am Anfang stehst, findest du hier alles zum Angelschein.

  • Landesfischereiverordnung deines Bundeslands zum Thema Köderfisch lesen
  • Gewässerordnung auf dem Erlaubnisschein prüfen
  • Herkunftsgewässer-Regel klären: Darf der Köfi aus einem anderen Gewässer stammen?
  • Schonzeit und Mindestmaß der Köderfischart checken
  • Geschützte oder geschonte Arten nie als Köder verwenden
  • Vor dem Kauf einer Senke die erlaubte Größe nachlesen

Gut, der Köfi ist also tot. Bleibt die Frage: Makrele, Hering oder Rotauge – und für welchen Räuber?

3. Welche Köderfische für Hecht, Zander, Barsch und Wels

Die britische Angling Times hat eine klare Linie: Beim Hecht sind es oft Seefische, bei Zander, Aal und Wels laufen Süßwasser-Köderfische besser. Quelle: Angling Times über die besten Deadbaits für Hecht.

Die Makrele ist ölig, zieht eine Duftspur und ist schwer genug, um sich gut werfen zu lassen. Der Hering bringt viel Öl mit und fliegt schräg angeschnitten besser. Sprotten sind sehr leicht. Weiche Köder wie Stint und Sprotte sicherst du mit Ködergarn, sonst verabschieden sie sich beim Wurf vom Haken.

ZielfischTypische KöderfischeGröße (Faustregel)Montage-Tipp
HechtMakrele, Hering, Stint, Sprotte, RotaugeLieber zu groß als zu klein (unter 7,5 cm öfter in den Kiemen gehakt; geführt 7–15 cm)Grund oder Pose, mit Stahlvorfach
ZanderRotauge, LaubeSchlank, kleiner als beim HechtGrund, wenig Widerstand
BarschKleine gestippte KöfisKlein, wie der FutterfischPose oder leichter Grund
WelsSüßwasser-KöderfischeKräftig, gern größerGrund oder Pose, starkes Gerät

Die Größen in der Tabelle sind Faustregeln, keine Naturgesetze. Belegt sind nur die beiden Angaben beim Hecht: die Studie zu Ködern unter 7,5 cm und die 7–15 cm für geführte Köderfische aus der Angling-Times-Anleitung zum geführten Köderfisch. Wie groß der Gegner beim Wels werden kann, zeigt dir mein Beitrag zum größten Wels der Welt.

Mein Rat für den Köderfisch auf Zander: Nimm einen Fisch aus dem Gewässer, in dem du angelst. Das passt zum Speiseplan des Zanders und zum Beispiel in NRW und Brandenburg auch zur Herkunftsgewässer-Regel.

Und woher bekommst du den passenden Köfi: mit der Stipprute, aus der Senke oder aus der Tiefkühltruhe?

4. Köderfische fangen, kaufen, einfrieren

Köderfische selbst fangen

Der Klassiker ist das Stippen: eine leichte Rute, eine feine Pose, kleiner Haken, und los geht es auf Rotauge oder Laube. Das hat einen großen Vorteil: Die Köfis stammen direkt aus deinem Gewässer. Damit bist du bei der Herkunftsgewässer-Regel in NRW und Brandenburg auf der sicheren Seite. In NRW dürfen Fischereiausübungsberechtigte nach § 5 LFischVO andere Arten nur für den Eigenbedarf als Köderfisch fangen.

Die zweite Methode: mit der Senke angeln. Eine Köderfischsenke ist ein flaches Netz, das du absenkst und mit den Fischen darüber wieder hochziehst. In Brandenburg erlaubt § 6 Abs. 3 BbgFischO ein Senknetz bis 120 cm Seitenlänge für den Köderfischfang. In anderen Ländern: Landesrecht und Gewässerordnung prüfen.

Köderfisch kaufen

Ohne Zeit zum Stippen kaufst du im Angelladen, meist tiefgefroren oder vakuumiert. Achtung bei der Herkunftsgewässer-Regel: In Brandenburg sind tiefgefrorene Köderfische und tote Seefische ausdrücklich ausgenommen. Für NRW nennt § 6 Abs. 1 nur verbundene Gewässer als Ausnahme – frag da lieber vorher bei Verein oder Fischereibehörde nach.

Kurios, aber wahr: Von der Herkunftsregel in Brandenburg ist eine tote Makrele aus der Tiefkühltruhe ausgenommen – das frisch gestippte Rotauge aus einem anderen Gewässersystem nicht. So steht es in § 6 Abs. 2 BbgFischO. Was die Gewässerordnung deines Erlaubnisscheins sagt, gilt trotzdem.

Köderfische einfrieren

Mein Rat zum Köderfische einfrieren: Leg sie einzeln und gerade nebeneinander, gut verpackt, damit sie nicht zu einem Klumpen zusammenfrieren. Ein krummer Köfi läuft später an der Montage unsauber. Ich würde nur so viele auftauen, wie du an dem Tag wirklich brauchst. Aufgetaute Fische können weich werden, dann hilft elastisches Ködergarn.

Ob frisch, in Totenstarre, gefroren oder in Salzlake eingelegt – Netzwerk Angeln vergleicht die Varianten recht ausführlich.

Jetzt liegt der Köfi bereit. Fehlt nur die Entscheidung: Grund, Pose oder Drachkovitch-System?

5. Köderfisch-Montage: Grund, Pose, System

Bei der Köderfisch-Montage gibt es drei große Wege: der Köfi liegt am Grund, er hängt unter der Pose, oder du führst ihn aktiv an einem System. Laut Angling Times funktioniert beim Hecht ein Drilling, ein großer Einzelhaken oder ein Circle Hook. Das Stahlvorfach ist Pflicht, etwa 30–45 cm lang.

Bevor du mehrere Drillinge an einen Köfi hängst: In Brandenburg erlaubt § 7 Abs. 2 BbgFischO (Stand: zuletzt geändert 05.03.2024) beim Raubfischangeln höchstens drei Haken je Handangel, und jeder Haken darf höchstens drei Schenkel haben. In anderen Bundesländern können andere Regeln gelten, also auch hier dein Landesrecht prüfen.

Grundmontage für Hecht und Zander

Die Grundmontage für Hecht ist simpel: Laufblei auf die Hauptschnur, Perle, Wirbel, Stahlvorfach, Köfi. Der Fisch nimmt den Köder und zieht Schnur durch das Blei, ohne viel Widerstand zu spüren. Rolle in den Freilauf, Bissanzeiger dran, fertig. Die gleiche Grundidee kennst du vielleicht schon von der Aalmontage am Grund.

Bei der Zander-Grundmontage ist mein Rat: so wenig Widerstand wie möglich und ein schlanker Köfi. Ich würde, wo Hechte mitschwimmen, auch beim Zander nicht ohne bissfestes Vorfach fischen. Willst du den Köfi flach am Boden haben, stich die Schwimmblase an. Soll er knapp über Grund schweben, arbeitest du mit etwas Auftrieb.

Hecht-Pose: die Köderfisch-Posenmontage

Die Hecht-Pose ist die Köderfisch-Montage, bei der du den Biss am besten siehst. Eine Laufpose mit Stopperknoten, darunter Bebleiung, Wirbel und Stahlvorfach. So hängt der Köderfisch in der Tiefe, die du willst, etwa an einer Krautkante entlang. Und wenn die Pose abtaucht, ist das Kino.

Ein Trick aus der Zeitschrift Blinker: den Köderfisch kieloben anbieten, also mit dem Bauch nach oben. Wegen der Gegenschattierung – dunkler Rücken, heller Bauch – fällt der Fisch so stärker auf. Der Haken sitzt dabei am Bauch, bei großen Köfis nimmt man zwei. Auch hier wird die Schwimmblase angestochen.

Drachkovitch-System und aktive Köderfisch-Systeme

Wer lieber spinnfischt, so wie ich, kann den Köfi aktiv führen. Netzwerk Angeln nennt mehrere Köderfisch-Systeme: das Anködern an der Nase, das Drachkovitch-System mit Bleikopf und einem Drahtbügel, der den Köfi in Form hält, sowie Spiral- oder Schraubsysteme. Geführt wird wie beim Gummifisch: Jiggen, Faulenzen oder Einkurbeln mit Spinnstopps.

Wichtig für den Anhieb beim geführten Köfi: Mit Einzelhaken schlägst du später an als mit Doppel- bzw. Zwillingshaken. Bei der stehenden Montage gilt dagegen: zügig anschlagen, mehr dazu in Abschnitt 6.

Die Briten nennen das Führen eines toten Köderfischs „Wobbling“. Die Angling Times rät dazu zu zwei Drillingen, einer vorn am Maul, einer in der Flanke, und den Köfi nicht schwanzvoran anzubieten.

Damit du dir die Kleinteile nicht einzeln zusammensuchen musst, gibt es meine Terminal Tackle Box mit Haken, Vorfächern und Bleien. Darin stecken Jigköpfe, Vorfächer, Haken, Snaps und Bleie, wahlweise für Hecht, Zander oder Barsch & Forelle. Rund 40 € Warenwert für 34,99 €, als Einmalkauf ohne Abo.

Die Montage steht. Jetzt kommt die Studie, die erklärt, warum der Köfi beim Hecht öfter tief sitzt als ein Wobbler – und was dein Anhieb damit zu tun hat.

6. Anhieb und Tiefhaken: Die unbequeme Wahrheit

Robert Arlinghaus und Kollegen haben 2008 untersucht, wie Hechte bei verschiedenen Ködern gehakt werden. Das Ergebnis: Naturköder, Gummiköder, Jigs und Blinker hakten Hechte häufiger kritisch, also in Kiemen oder Schlund, als Spinner und Wobbler. Köder unter 7,5 cm landeten häufiger in den Kiemen. Quelle: Arlinghaus et al. 2008.

Da hast du die Auflösung zum Titel: Der Hecht nimmt den Köderfisch häufiger tief als einen Wobbler. Saß der Haken in den Kiemen, dauerte das Lösen länger, und wie stark ein Fisch blutete, hing an der Hakentiefe.

2,4 ± 1,5 % der Hechte starben in der Studie von Arlinghaus et al. (2008) unmittelbar nach dem Fang (Hakensterblichkeit) Quelle: Arlinghaus, Klefoth, Kobler, Cooke (2008), N. Am. J. Fish. Manag. 28:123–134

Zehn Jahre später haben Bursell und Arlinghaus nachgelegt. Ihre Folgerung: Tiefhaken lassen sich reduzieren, wenn man Kunstköder statt Naturköder nimmt und kleine Köder meidet. Sie zitieren außerdem Stålhammar und Kollegen (2014): Bei niedrigen Wassertemperaturen saß der Haken bei Ostsee-Hechten tiefer. Aber auch: Tief gehakt heißt nicht zwingend, dass der Fisch blutet. Quelle: Bursell & Arlinghaus (2018), PeerJ.

Und jetzt erinnere dich an Abschnitt 1: Genau die kalte Jahreszeit, in der der Köfi meiner Meinung nach so stark ist, ist die Zeit, in der der Haken tiefer sitzen kann. Die Angling Times bringt es praktisch auf den Punkt: Der Hecht schluckt seine Beute kopfvoran, und ein schneller Anhieb hilft gegen Tiefhaken.

Mein Rat daraus ist ziemlich klar. Lass den Hecht nicht ewig mit dem Köfi abziehen. Wenn der Freilauf läuft und der Bissanzeiger meldet, Schnur auf Spannung und Anhieb setzen. Lieber mal einen Fehlbiss kassieren als einen Fisch, der den Haken tief im Schlund hat.

  • Freilauf eingestellt und Bissanzeiger oder Schnurclip dran
  • Rute nie unbeaufsichtigt lassen
  • Beim Biss zügig Schnur auf Spannung bringen und Anhieb setzen
  • Lösezange oder Arterienklemme griffbereit, nicht im Auto
  • Abhakmatte und Kescher ausgelegt, bevor der erste Köfi im Wasser ist

Lösezange und Abhakmatte nennt auch die Angling Times Pflicht. Wie du einen Fisch danach möglichst schonend zurücksetzt, steht im Catch-and-Release-Ratgeber von Better Fishing.

Wenn Kunstköder beim Haken die Nase vorn haben, fangen sie dann auch mehr? Genau das habe ich 2021 im Barsch-Duell gegen den Köfi ausprobiert.

7. Köderfisch oder Kunstköder? Was ich im Video erlebt habe

Eigentlich spinnfische ich lieber. Trotzdem habe ich mich in meinen Videos mehrfach auf den Köderfisch eingelassen. Mal freiwillig, mal weniger freiwillig.

Aus meinen Videos

2018 musste ich wegen einer verlorenen Wette zum Köderfischangeln, obwohl ich viel lieber spinnfische. Mit dabei war Harald, der Präsident des Wilmersdorfer Angelvereins. Die ganze Geschichte gibt es in der Folge „KÖDERFISCH fängt BESSER !?“.

Kurz danach kam auf Zuschauerwunsch das Duell Köderfisch gegen Kunstköder – am Lindowsee bei Paul und Udo, dort, wo Muri seinen Rekordbarsch gefangen hat. Teil 1 heißt „RIESENBARSCH – Köderfisch oder Gummifisch?“, Teil 2 mit Muri „ich HASSE Köderfisch-Angeln“. Wie das ausgeht, schaust du dir am besten selbst an.

2021 dann das Barsch-Duell mit Joshi und Mike: „Köderfisch VS Hardbait beim Barschangeln!“. Mike hat die Köderfische gestippt, mein erster Barsch des Tages ging auf einen Popper. Es kamen viele Barsche zwischen 20 und 30 cm, die großen Barsche auf Köderfisch blieben aus. Der Hardbait hat gewonnen, und am Ende gab es noch jede Menge Döbel.

Und 2022 auf unserer Regenwald-Expedition mit David Eras ging es in der Arapaima-Lagune mit Köderfisch und Pose los. Guide Francis hat die Posenmontage gebaut, als Köder dienten Trahiras, Piranhas und Peacock Bass. Einen großen Arapaima habe ich kurz vorm Boot verloren.

Dann der Biss auf den Piranha-Köder: Der Arapaima springt, und Francis springt zum Landen gleich mit ins Wasser. Alles in „Mit Köderfisch und Pose auf Urzeit-Monster !!!“.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Barsch-Duell war sinngemäß: Entscheide spontan am Wasser, welcher Köder gerade läuft. Kein Köder gewinnt immer. Und das bringt mich zu einem Mythos, der sich hartnäckig hält.

Mythos

Ein Köderfisch fängt immer besser als Kunstköder.

Wahrheit

In meinem Barsch-Test 2021 hat der Hardbait gewonnen. Meine Meinung: Der Köfi spielt seine Stärken bei Kälte und trägen Fischen aus – wenn die Räuber aktiv jagen, sind Kunstköder mindestens gleichwertig – und Spinner und Wobbler haken laut Studie seltener kritisch.

Genau deshalb würde ich nie nur mit einem Eimer Köfis ans Wasser gehen. Ein paar gute Kunstköder gehören immer mit in die Tasche, damit du umschwenken kannst, wenn die Pose stundenlang stillsteht.

Wenn der Köfi mal nicht läuft

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8. Häufige Fragen zum Köderfisch

Ist lebender Köderfisch erlaubt?

In vielen Ländern nein: Bayern (§ 15 Abs. 1 Nr. 3 AVBayFiG), NRW (§ 6 Abs. 2 LFischVO) und Brandenburg (§ 6 Abs. 1 BbgFischO) verbieten ihn ausdrücklich. In Brandenburg kann die Behörde im Einzelfall bei vernünftigem Grund eine Ausnahme erlauben. Prüf dein Landesrecht und frag im Zweifel die Fischereibehörde.

Welcher Köderfisch für Zander?

Für Zander laufen Süßwasser-Köderfische laut Angling Times besser als Seefische. Mein Rat: ein schlanker Köfi aus dem eigenen Gewässer, zum Beispiel Rotauge oder Laube, an einer Grundmontage mit wenig Widerstand.

Wie groß sollte der Köderfisch für Hecht sein?

Meine Faustregel: lieber zu groß als zu klein. Die Studie von Arlinghaus et al. (2008) zeigt, dass Köder unter 7,5 cm häufiger in den Kiemen landen. Für geführte Köderfische nennt die Angling Times 7–15 cm.

Wo kann ich Köderfisch kaufen – und darf ich ihn überall einsetzen?

Köderfisch kaufen kannst du am einfachsten tiefgefroren im Angelfachhandel, einsetzen darfst du ihn aber nicht automatisch überall. In NRW dürfen Köderfische nach § 6 Abs. 1 LFischVO nur in ihrem Herkunftsgewässer verwendet werden, Ausnahme sind verbundene Gewässer. Brandenburg nimmt tiefgefrorene oder chemisch konservierte Köderfische und tote Seefische davon aus.

Wie friere ich Köderfische ein?

Mein Rat: einzeln, gerade und gut verpackt, damit sie nicht zusammenfrieren und später sauber an der Montage laufen. Taue nur so viele auf, wie du am Angeltag brauchst, und sichere weiche Köfis mit elastischem Ködergarn.

Welche Montage für Köderfisch auf Wels?

Ich würde für den Köderfisch auf Wels eine stabile Grund- oder Posenmontage mit deutlich stärkerem Gerät nehmen als beim Hecht. Laut Angling Times laufen beim Wels Süßwasser-Köderfische besser als Seefische.

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Wer hier schreibt

Ich bin Victor Eras, der Kopf hinter dem YouTube-Kanal Ich geh‘ angeln und Mitbegründer von Catch to Survive. Hier schreibe ich über Angeln so, wie ich auch in meinen Videos darüber rede. Mehr über mich

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