Angeln in Schweden: Jedermannsrecht? Gilt fürs Angeln nicht!

Angeln in Schweden – Symbolbild: klarer See mit Krautinsel und Wald

Angeln in Schweden ist ausgerechnet durch das Recht nicht gedeckt, das jeder Schweden-Fan zuerst nennt: Das berühmte Jedermannsrecht erlaubt dir Zelten, Wandern und Beerensammeln – aber keinen einzigen Wurf. Ich erkläre dir hier, wo du trotzdem frei angeln darfst, warum ausgerechnet das Schleppen nicht dazugehört und warum ein richtig schöner Hecht unseres Schweden-Trips wieder schwimmen durfte. Und in Kapitel 6 wartet eine Zahl, die mich ehrlich überrascht hat.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Angeln gehört in Schweden nicht zum Jedermannsrecht (Allemansrätten).
  • Frei mit der Handangel: an der Meeresküste und auf Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön.
  • Überall sonst brauchst du die Erlaubnis des Fischereirechtsinhabers, meist ein Fiskekort.
  • Schleppen und Tip-ups (Eisangel-Gestelle mit Signalfähnchen) sind auch auf den großen Seen nicht frei – dafür brauchst du eine Lizenz.
  • Von Torhamn (Blekinge) bis zur Emån-Mündung inklusive Öland und an der Küste Gotlands sind Hecht und Barsch vom 1.3. bis 31.5. tabu; in Kalmar län und auf Gotland darfst du Hecht nur zwischen 40 und 75 cm entnehmen.
  • Köderfisch nicht zwischen Gewässern verschleppen, Ausrüstung trocknen – Stichwort Krebspest.

1. Angeln in Schweden: Das Jedermannsrecht ist nicht dein Angelschein

Fast jeder, der einen Angelurlaub in Schweden plant, hat diesen Satz schon mal gehört: „In Schweden darfst du doch überall hin, da gilt das Jedermannsrecht.“ Stimmt – fürs Wandern, fürs Zelten, fürs Beerensammeln. Fürs Angeln aber nicht.

Mythos

Wegen des Jedermannsrechts darf ich in Schweden überall angeln, wo ich hinkomme.

Wahrheit

Die schwedische Naturschutzbehörde Naturvårdsverket stellt klar: Angeln gehört nicht zum Allemansrätten. Dass du an bestimmten Gewässern frei angeln darfst, kommt aus eigenen Fischereiregeln.

Das steht so bei der Naturvårdsverket (Stand 19.06.2025). Dort heißt es auch, dass Ausländer in öffentlichen Gewässern ohne Lizenz angeln dürfen, solange sie mit Handgerät angeln – gemeint ist die Handangel, also die Rute mit Schnur und Haken. Der Haken – im wahrsten Sinne – steckt im Wort „Handgerät“ und in der Frage, welche Gewässer gemeint sind. Klingt nach Kleingedrucktem, ist aber genau der Teil, der dir am Wasser Ärger erspart.

Mein Merksatz dafür: Das Jedermannsrecht bringt dich ans Ufer. Ob du dort angeln darfst, entscheidet jemand anderes. Die Ausnahme steckt in einer Liste mit genau fünf Seen.

2. Wo du ohne Angelkarte angeln darfst: Küste und die fünf großen Seen

Die Liste der freien Gewässer ist kurz, und genau das macht sie so praktisch. Mit der Handangel ohne Fiskekort darfst du laut Länsstyrelsen, der schwedischen Provinzverwaltung (Stand 23.04.2026), hier angeln: im Meer entlang der Küste sowie auf den Seen Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön in Jämtland. Das sind fünf Seen, aber verdammt viel Wasser.

Alles andere – kleinere Seen, Flüsse, Bäche – gehört einem Fischereirechtsinhaber. Dort brauchst du dessen Erlaubnis, und die gibt es meistens in Form eines Fiskekorts.

Und das Beste aus Sicht des Gastes: Du wirst nicht schlechter behandelt als die Einheimischen. Laut Länsstyrelsen gelten für Ausländer dieselben Regeln wie für Schweden. Auf Gotland heißt das konkret: Mit Schnur und Haken hast du dieselben Rechte, Netze gibt es nur mit Sondergenehmigung (Länsstyrelsen Gotland, Stand 09.03.2026). Aber eben auch keine Extrawurst – Unwissenheit schützt dich dort genauso wenig wie bei uns.

GewässerAngelkarte nötig?Achtung
Meer entlang der KüsteNein, mit HandangelSchleppen ist nicht frei; regionale Schonzeiten, Sperrgebiete und Mindestmaße beachten
VänernNein, mit HandangelSchleppen ist nicht frei
VätternNein, mit HandangelSchleppen ist nicht frei
MälarenNein, mit HandangelSchleppen ist nicht frei
HjälmarenNein, mit HandangelSchleppen ist nicht frei
Storsjön (Jämtland)Nein, mit HandangelSchleppen ist nicht frei
Kleinere Seen, Flüsse, BächeJa, Erlaubnis des Rechtsinhabers (meist Fiskekort)Gibt es kein Fiskekort, den Rechtsinhaber direkt fragen

Wer also mit dem Gedanken an Angeln am Vättern spielt: Mit der Spinnrute ist das ohne Karte drin. Wie das beim Angeln vom verankerten oder treibenden Boot im Detail aussieht, prüfst du für dein Gebiet bei Svenska fiskeregler. Eins ist aber klar: Sobald dein Köder hinter dem fahrenden Boot herläuft, bist du raus aus dem freien Angeln. Warum, steht in Kapitel 4.

Mein Rat: Prüfen musst du die Regeln selbst, das nimmt dir keiner ab. Für die Details gibt es Svenska fiskeregler. Die Seite würde ich vor jeder Tour für genau das Gebiet aufrufen, in dem ich angeln will – zwei Minuten am Handy sind billiger als jede Diskussion am Steg.

3. Angelkarte Schweden (Fiskekort): wo kaufen, wie prüfen

Ein Fiskekort ist im Grunde das, was bei uns der Erlaubnisschein ist: die Angelkarte für ein bestimmtes Gewässer, ausgegeben vom Fischereirechtsinhaber. Meist kaufst du ein Fiskekort, das dir das Recht gibt, in einem bestimmten Gewässer zu angeln. Also kein Generalschlüssel für ganz Schweden, sondern eher der Schlüssel für eine Haustür.

Verkauft werden die Karten unter anderem über die Portale fiskekort.se und ifiske.se. Preise nenne ich dir hier bewusst nicht – die sind von Gewässer zu Gewässer verschieden, und bevor ich dir eine Zahl erzähle, die am Ende nicht stimmt, schau lieber direkt beim Kartenverkauf. Gibt es für dein Wunschgewässer gar kein Fiskekort, bleibt nur der direkte Weg: Frag den Rechtsinhaber. Klingt altmodisch, funktioniert aber.

Und der „Angelschein Schweden“?

Wer nach dem Angelschein für Schweden sucht, meint meist unseren Fischereischein mit Prüfung. An Küste und großen Seen brauchst du mit der Handangel gar keine Karte und sonst die Erlaubnis des Rechtsinhabers – von einer Prüfung wie bei uns ist in den Behördenangaben nirgends die Rede. Wenn ein Schwede „fiskekort“ sagt, meint er die Angelkarte fürs Gewässer – nicht das Ding, für das du bei uns Fischarten gebüffelt hast.

Mein Rat: Lies die Bestimmungen auf der Karte genauso gründlich wie die Gewässerordnung bei uns. Ob Schleppen erlaubt ist, wie viele Ruten, welche Fische du mitnehmen darfst – das kann von See zu See komplett anders sein.

4. Schleppen und Boot: Warum Trolling nicht frei ist

Auf dem Vättern darfst du ohne Karte angeln. Schleppen darfst du dort ohne Lizenz trotzdem nicht.

Das freie Angeln gilt nur fürs Handangeln. Trolling – also Schleppen – zählt nicht dazu.

Das ist für mich die größte Falle beim Angelurlaub in Schweden mit Boot. Trolling, egal ob mit oder ohne Motor, und Tip-ups (Eisangel-Gestelle mit Signalfähnchen) brauchen laut Naturvårdsverket (Stand 19.06.2025) eine gültige Lizenz. Die Länsstyrelsen Kalmar sagt es auf Schwedisch noch knapper: „Trolling ingår inte i det fria handredskapsfisket“ – Schleppen gehört nicht zum freien Handangeln (Stand 14.08.2026).

„Mit oder ohne Motor“ heißt: Auch wer mit dem Ruderboot schleppt, schleppt. Wenn dein Köder hinter dem fahrenden Boot herläuft, bist du beim Schleppen. Punkt. Und nein, „ich hab nur ganz langsam gerudert“ ist keine Fangmethode, sondern eine Ausrede.

Angelurlaub Schweden mit Boot: worauf ich achten würde

Pflichten zu Bootsführerschein oder Schwimmweste kann ich dir nicht pauschal aufzählen – das klärst du am besten mit dem Vermieter. Ich würde aber auf jedem großen See eine Schwimmweste tragen, egal was vorgeschrieben ist. Vänern und Vättern sind keine Dorfteiche. Wind und Welle können dort schnell ungemütlich werden, und Wasser ist im Zweifel immer kälter, als du denkst.

Ein Echolot würde ich auf einem unbekannten See nicht missen wollen. Kanten, Krautkanten und Freiwasser findest du damit deutlich schneller als mit Raten. Welches Gerät für dich passt, steht in meinem Beitrag Welches Echolot brauche ich?. Boot mit Echolot und Schleppen mit Sideplanern gab’s bei unserem Schweden-Trip übrigens auch – mehr im nächsten Kapitel.

5. Regeln für Hecht, Barsch, Meerforelle und Aal in Schweden

Jetzt wird’s konkret, und ja, hier kommen Zahlen. Schonzeiten und Mindestmaße unterscheiden sich von Region zu Region, teils deutlich. Die Länsstyrelsen informieren für ihr jeweiliges Gebiet. Ich zeige dir zwei Beispiele von der Ostseeküste im Südosten. Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine Momentaufnahme mit Stand-Datum – verbindlich ist immer die aktuelle Seite der jeweiligen Behörde. Und ein Maßband gehört ab hier genauso ins Boot wie die Lösezange.

FischKalmar län (Stand 14.08.2026)Gotland (Stand 09.03.2026)
Hecht40–75 cm; Teilgebiet: gezieltes Angeln verboten 1.3.–31.5.*40–75 cm, max. 3/Tag, Schonzeit 1.3.–31.5.*
BarschTeilgebiet: gezieltes Angeln verboten 1.3.–31.5.*Schonzeit 1.3.–31.5.*
Meerforelle50 cm50 cm, 1 wilde/Tag*
Lachs60 cm (Meer), 50 cm (Süßwasser)–
Zander40 cm (Meer)–
Dorsch38 cm–
AalGanzjährig geschont*–

* Die Details: Von Torhamn (Blekinge) bis zur Emån-Mündung inklusive Öland ist gezieltes Angeln auf Hecht und Barsch vom 1.3. bis 31.5. verboten. In Kalmar län gilt beim Hecht ein Mindestmaß von 40 cm und ein Höchstmaß von 75 cm. Der Aal hat dort ganzjährig Schonzeit, mit Ausnahmen für bestimmte Süßwassergebiete und Berufsfischer mit Ausnahmegenehmigung.

Auf Gotland sind Hecht und Barsch an der Küste bis 4 Seemeilen (gut 7 km) vom 1.3. bis 31.5. geschont; außerhalb dieses Zeitraums darfst du mit der Handangel maximal 3 Hechte pro Tag entnehmen, und nur zwischen 40 und 75 cm.

Die 50 cm bei der Meerforelle gelten dort auch für Besatzfische. Außerdem sind auf Gotland 34 Mündungen von Bächen und Flüssen vom 1.9. bis 31.1. gesperrt, und pro Tag darfst du nur eine wilde Meerforelle entnehmen. Die Bäche und Flüsse selbst sind dort vom 1.10. bis 31.12. tabu.

Quellen: Länsstyrelsen Kalmar und Länsstyrelsen Gotland. Ein Strich heißt nur: nicht aus der Quelle übernommen – nicht, dass es keine Regel gibt.

Das Entnahmefenster beim Ostsee-Hecht

Die Kombination aus drei Hechten pro Tag und dem Entnahmefenster von 40 bis 75 cm ist kein neuer Einfall. Die damalige Fischereibehörde Fiskeriverket hat das schon 2009 für den Ostsee-Hecht beschlossen (Realtid, 10.03.2009). Die Idee dahinter kennst du vielleicht aus unserem Beitrag zum Hechtangeln und zur Schonzeit: Große Hechte sollen im Bestand bleiben.

In Kalmar län hat der Aal ganzjährig Schonzeit (mit Ausnahmen). Mein Rat als Gast, egal wo: Lass es einfach. Warum der Aal so unter Druck steht, habe ich im Beitrag zum Aalangeln erklärt.

Aus meinen Videos

In meinem Video von 2021 sind Hubertus, Andre und ich in Schweden an einem geheimen See, an dem laut Videobeschreibung sonst nur Anwohner angeln dürfen. Wir hatten ein Boot mit Echolot und haben mit Sideplanern auf große Hechte geschleppt, unter anderem mit einem 40 cm langen Gummiköder. Den ersten Hecht durfte ich drillen – entschieden per Schere-Stein-Papier, ich war also offiziell König.

Der schöne Fisch war zu groß für das Entnahmefenster und für den See wichtig, also durfte er wieder schwimmen. Aus einem Küchenhecht hat Hubertus dann unter anderem Ceviche und Hechtspieße gemacht, die Innereien kamen als Köder in die Krebsreusen. Ob wir am nächsten Morgen DEN Hecht des Sees erwischt haben, verrate ich hier nicht: XXL Monster Köder für Monsterfisch.

Und genau das ist die Auflösung vom Anfang: Der größte Hecht ist in Schweden oft nicht der Fang des Tages, sondern der Fang für die nächsten Jahre. Beim Zurücksetzen gilt dann: kurz aus dem Wasser nehmen, Lösezange griffbereit, Abhakmatte oder Kescher statt trockener Steine.

6. Wann und wo: Angelurlaub Südschweden, Seen und Schären

Wer an einen Angelurlaub in Südschweden an der Ostseeküste denkt, sollte die Frühjahrsschonzeit auf dem Schirm haben. Von Torhamn (Blekinge) bis zur Emån-Mündung inklusive Öland ist gezieltes Angeln auf Hecht und Barsch vom 1. März bis 31. Mai verboten, an der Küste Gotlands (bis 4 Seemeilen) haben beide in dieser Zeit Schonzeit. Genau dann, wenn viele von uns nach dem Winter heiß aufs Wasser sind.

Mein Rat: Für Hecht finde ich den Herbst eine starke Zeit, wenn die Fische vor dem Winter noch mal ordentlich fressen. Das ist meine Meinung, keine Statistik. Wer im Sommer fährt, hat mit den fünf großen Seen und der Küste trotzdem enorm viel freies Wasser für die Handangel. Ob du auf Hecht, Zander oder Barsch gehst: Maße und Zeiten des jeweiligen Gebiets gelten immer.

Mein Rat für die Planung: Überleg dir zuerst, welcher Typ Angelurlaub du sein willst. Wer flexibel bleiben und ohne Kartenkauf loslegen will, ist an der Küste oder an einem der fünf großen Seen richtig. Dafür musst du die regionalen Schonzeiten und Maße kennen, und die großen Seen sind richtig große Wasserflächen. Ohne Echolot und mit wenig Bootserfahrung würde ich mir dort am ersten Tag nicht zu viel vornehmen.

Wer Ruhe und überschaubares Wasser mag, sucht sich einen kleineren See mit Fiskekort. Da stehen die Regeln auf der Karte, und du kannst den Rechtsinhaber direkt fragen, ob Schleppen oder Bootsangeln drin ist.

Für den ersten Schweden-Trip würde ich persönlich so einen See einem Riesengewässer vorziehen. Ein kleineres Wasser lernst du in einer Woche einfach besser kennen – und jede Kante, die du am Montag findest, zahlt sich am Freitag aus.

1,2 Mio. Menschen zwischen 16 und 80 Jahren haben 2024 in Schweden mindestens einmal geangelt – Besucher wie wir sind da noch nicht mal mitgezählt. Quelle: SCB, JO 57 SM 2501

Noch stärker als die Zahl der Angler finde ich aber eine andere aus derselben Statistik. Das ist die Zahl, die ich dir am Anfang versprochen habe:

Die Schweden setzen mehr Fisch zurück, als sie mitnehmen.

Ca. 17.000 t zurückgesetzt gegenüber ca. 10.000 t entnommen (SCB, 2024).

Ich finde, das passt perfekt zu dem, was du oben bei den Regeln gelesen hast. Entnahmefenster, Tageslimits, Schonzeiten – das ist kein Misstrauen gegen Angler, sondern Alltag. Wer als Gast mit dieser Haltung anreist, macht schon mal nichts falsch.

Bei der Köderwahl würde ich für Hecht nicht zu klein denken. Wer Ideen braucht, was in die Box gehört, findet im Ratgeber zu Hechtködern von Better Fishing eine gute Übersicht. Und ja, ich bin da befangen – Better Fishing ist die Box, die ich mit meiner Jury zusammenstelle.

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Wer lieber jeden Monat Nachschub will, ist mit unserer Better Fishing Box besser bedient: Premium-Kunstköder für Raubfische, Versand jeden Monat am 16. Bevor du die Köder aber in Schweden auspackst, kommt ein Thema, das kaum jemand auf dem Zettel hat – und das mit lebendem Köder anfängt.

7. Köderfisch, Krebspest und saubere Ausrüstung

Jetzt der Teil, den die meisten zu spät lesen. In Schweden ist es verboten, Fische oder Krebse ohne Genehmigung von einem Gewässer in ein anderes zu bringen. Darauf weist die Havs- och vattenmyndigheten hin, die schwedische Behörde für Meer und Gewässer (Merkblatt, abgerufen am 26.10.2026). Sie rät außerdem: bei unklarer Herkunft lieber auf lebenden Köderfisch verzichten, keine Köderfische oder Maden aus dem Ausland, Reste nicht ins Wasser kippen.

Der Grund heißt unter anderem Krebspest – und für die Schweden, die ihre Krebse lieben, ist das kein Randthema. Die schwedische Agraruniversität SLU (abgerufen am 26.10.2026) empfiehlt, Ausrüstung, Boote und Stiefel nicht ohne Trocknen oder Desinfizieren von einem Gewässer ins nächste zu bringen. Köderfisch soll entweder aus dem Gewässer stammen, in dem du angelst, oder vorher mindestens einen Tag eingefroren worden sein.

Mein Rat: Wenn du in einer Woche mehrere Seen anfährst, nimm einen zweiten Kescher mit oder plane Trockenzeit ein. Mit Kunstködern hast du das Köderfisch-Thema ohnehin vom Tisch.

Ich weiß, ein nasser Kescher im Kofferraum ist kein Drama. Aber genau so kommen Sachen von einem See in den nächsten, die da nicht hingehören. Dich kostet das Trocknen eine Nacht, den See im schlimmsten Fall seinen Krebsbestand. Die Rechnung ist ziemlich einfach.

8. Fisch mit nach Hause nehmen

Norwegen-Fahrer kennen das Thema Ausfuhrquote, siehe meinen Beitrag zur Fischausfuhr aus Norwegen. Schweden ist dagegen EU-Mitglied. Laut Your Europe (Stand 23.12.2025) darfst du Fleisch- und Milcherzeugnisse für den Eigenverbrauch zwischen EU-Ländern mitnehmen. Eine Mengengrenze wie für Einreisen aus Nicht-EU-Ländern nennt die EU für Reisen zwischen EU-Ländern nicht.

Die dortigen Mengenangaben für Fisch beziehen sich auf Einreisen aus Nicht-EU-Ländern sowie von den Färöern und aus Grönland. Eine Garantie für jeden Einzelfall ist das nicht. Und denk daran: Was du mitnehmen darfst, regelt zuerst das Gewässer. Das Entnahmefenster und die Tagesmenge kommen vor der Kühlbox. Wer nach einer Woche mit einer Truhe voller Hechtfilet heimfährt, hat in Schweden vermutlich irgendwo nicht so genau aufs Maßband geschaut.

Mein Rat: Filet direkt gut kühlen, flach einfrieren und auf der Heimfahrt in einer guten Kühlbox transportieren. Und wenn du gar keinen Fisch mitnehmen willst, mach es wie Hubertus und verarbeite den Küchenhecht direkt vor Ort.

9. Checkliste vor der Abfahrt

  • Zielgebiet klar? Küste, einer der fünf großen Seen oder Gewässer mit Fiskekort?
  • Fiskekort für alle Gewässer abseits von Küste und großen Seen besorgt, Bestimmungen gelesen
  • Willst du schleppen? Dann Lizenz bzw. Erlaubnis klären – auch auf Vänern und Vättern
  • Schonzeiten, Sperrgebiete und Mindestmaße fürs Gebiet bei Svenska fiskeregler und der Länsstyrelsen geprüft
  • Frühjahrsschonzeit für Hecht und Barsch an Teilen der Ostseeküste (1.3.–31.5.) beachtet
  • Maßband an Bord, um Entnahmefenster und Mindestmaße sicher zu prüfen
  • Lösezange, Abhakmatte und großer Kescher fürs schonende Zurücksetzen
  • Keine Köderfische oder Maden aus Deutschland mitnehmen
  • Stiefel, Kescher und Boot zwischen zwei Gewässern trocknen
  • Schwimmweste fürs Boot – auch wenn sie dich nicht schicker macht

10. FAQ zum Angelurlaub in Schweden

Braucht man in Schweden einen Angelschein?

Einen Angelschein mit Prüfung wie in Deutschland nennen die schwedischen Behörden nicht; an der Küste und auf Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön darfst du mit Handangel ohne Karte angeln. Überall sonst brauchst du die Erlaubnis des Fischereirechtsinhabers, meist ein Fiskekort (Länsstyrelsen, Stand 23.04.2026).

Wo darf man in Schweden ohne Angelkarte angeln?

Ohne Angelkarte darfst du mit Handangel an der Meeresküste und auf den fünf großen Seen Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön angeln.

Darf man in Schweden schleppen?

Schleppen ist nicht frei: Trolling, mit oder ohne Motor, braucht laut Naturvårdsverket (Stand 19.06.2025) eine gültige Lizenz, und laut Länsstyrelsen Kalmar (Stand 14.08.2026) gehört es nicht zum freien Handangeln – auch nicht auf den großen Seen.

Wie viele Hechte darf man in Schweden mitnehmen?

Das hängt vom Gebiet ab: Auf Gotland sind es außerhalb der Frühjahrsschonzeit (1.3.–31.5.) maximal 3 Hechte pro Tag mit der Handangel, entnommen werden dürfen nur Fische zwischen 40 und 75 cm (Länsstyrelsen Gotland, Stand 09.03.2026). In Kalmar län gilt beim Hecht ein Mindestmaß von 40 cm und ein Höchstmaß von 75 cm (Stand 14.08.2026); für die Ostsee hatte die Fischereibehörde Fiskeriverket diese Regel 2009 so beschlossen. Andere Gebiete: beim jeweiligen Län prüfen.

Darf man Fisch aus Schweden mit nach Deutschland nehmen?

Ja, Schweden ist in der EU, und eine Mengengrenze wie für Einreisen aus Nicht-EU-Ländern nennt die EU für Reisen zwischen EU-Ländern nicht (Your Europe, Stand 23.12.2025). Was du entnehmen darfst, regeln aber die Bestimmungen am Gewässer.

Ist Eisangeln in Schweden erlaubt?

Klar ist: Tip-ups (Eisangel-Gestelle mit Signalfähnchen) sind laut Naturvårdsverket (Stand 19.06.2025) nicht ohne gültige Lizenz erlaubt. Eigene Regeln für das Eisangeln mit der Handangel nennen die Quellen, die ich ausgewertet habe, nicht – ich würde von den gleichen Grundregeln wie sonst ausgehen (frei an Küste und den fünf großen Seen, anderswo mit Erlaubnis) und die Details bei Svenska fiskeregler prüfen.

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Wer hier schreibt

Ich bin Victor Eras, der Kopf hinter dem YouTube-Kanal Ich geh‘ angeln und Mitbegründer von Catch to Survive. Hier schreibe ich über Angeln so, wie ich auch in meinen Videos darüber rede. Mehr über mich

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