Stell dir vor: Beim Magnetfischen ziehst du am Seil – und es ist eine Panzermine. Ausgedacht? Nein, im Januar 2025 in Bad Cannstatt passiert: Ein Magnetangler fischte eine Panzermine aus dem Neckar. Ich bin Angler, kein Magnetfischer. Trotzdem erkläre ich dir, was erlaubt ist, wen du fragst und warum ein qualmender Fund nie in den Eimer gehört.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Magnetfischen und Magnetangeln sind dasselbe Hobby: Ein starker Neodym-Magnet am Seil holt Metall vom Gewässergrund.
- Es gibt in Deutschland keine bundeseinheitliche Regel. Meist entscheidet das Wasserrecht, oft brauchst du eine Erlaubnis – und manche Behörden erteilen gar keine.
- Dein Angelschein hilft dir nicht: Magnetfischen ist keine Fischerei.
- Die echte Gefahr sind Kampfmittel. Fund liegen lassen, Abstand halten, 110 wählen.
- Die Haftkraft auf der Verpackung ist ein Laborwert. Am Wasser kommt deutlich weniger an.
1. Was ist Magnetfischen?
Beim Magnetfischen bindest du einen kräftigen Neodym-Magneten an ein Seil, lässt ihn ins Wasser und ziehst ihn über den Grund wieder heraus. Hängen bleibt Metall – vom Kronkorken bis zu Dingen, die besser unten geblieben wären. Magnetangeln ist übrigens kein anderes Hobby, sondern nur ein anderes Wort für dasselbe.
Warum das so viele reizt, verstehe ich als Angler sofort: Du wartest auf den Moment, in dem es schwer wird. Nur kommt am Ende kein Hecht, sondern eine Überraschungstüte aus Rost. Und nebenbei holst du Müll aus dem Gewässer.
Der Haken: Was aussieht wie Angeln mit Magnet, ist rechtlich etwas völlig anderes. Schauen wir uns an, was in Deutschland wirklich gilt.
2. Ist Magnetfischen in Deutschland erlaubt?
Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an – und zwar richtig. Eine bundeseinheitliche Regel gibt es nicht. Maßgeblich ist vor allem das Wasserrecht, also das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) plus das jeweilige Landeswassergesetz. Dazu kommen Naturschutz, Denkmalschutz, Fundrecht und das Recht rund um Waffen und Kampfmittel. Jedes Land, oft sogar jede Behörde, handhabt das anders.
Wichtig, bevor du weiterliest: Das hier ist keine Rechtsberatung. Alles unten ist Stand 10/2026 und zeigt nur, wie unterschiedlich Behörden das sehen. Was an deinem Gewässer gilt, sagt dir verbindlich nur die zuständige Behörde. Frag dort nach, bevor der Magnet ins Wasser geht.
Was Behörden konkret sagen
Ein paar Beispiele aus amtlichen Quellen – und du wirst sehen, wie weit die auseinanderliegen. Fangen wir freundlich an: Die Bezirksregierung Düsseldorf schreibt in ihrem Merkblatt Metall- und Magnetangeln (Stand 26.08.2025): Das Vorhaben ist anzuzeigen. Eine wasserrechtliche Erlaubnis ist zu beantragen, wenn sich die Wasserbeschaffenheit mehr als nur unerheblich verändern kann. Klingt nach Amtsdeutsch, heißt übersetzt aber: erst fragen, dann werfen.
Eine Ecke strenger klingen die Regierungspräsidien Baden-Württemberg: Magnetangeln ohne erforderliche Erlaubnis ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 103 WHG. Erlaubnisfrei ist es höchstens als sogenannter Gemeingebrauch – und das nur, wenn es schadlos ist. Im Zweifel ist es das nicht. Mit Motorboot, Winde oder mehreren Personen ist es nie Gemeingebrauch.
Noch deutlicher wird das Umweltamt der Stadt Nürnberg: Nötig ist eine Erlaubnis nach § 8 Abs. 1 WHG, in Nürnberg werden in der Regel aber keine erteilt. Wer es trotzdem macht, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro nach § 103 WHG. Für das Geld würde ich mir ehrlich gesagt lieber ein paar Jahre Erlaubnisscheine gönnen.
Und die Polizei Bayern schreibt nach einem Granatenfund in Hof: „Weil es beim Magnetangeln zu solchen Situationen kommen kann, ist dies in Bayern größtenteils generell untersagt.“
Und wer jetzt denkt, ein Okay vom Verein reicht: In Hessen hat das Regierungspräsidium Kassel laut dpa-Bericht vom 06.06.2021 erklärt, dass eine Erlaubnis nötig ist. Die Zustimmung des Angelvereins oder des Gewässereigentümers genügt nicht. Für Sachsen sagt die Polizeidirektion Leipzig: nur mit ausdrücklicher Genehmigung.
Warum hier keine Länderliste steht
Viele Seiten zeigen dir eine Tabelle mit allen Bundesländern und „erlaubt“ oder „verboten“ daneben. Schaut man genauer hin, merkt man: Diese Listen widersprechen sich. Selbst innerhalb eines Landes entscheidet mal die Stadt, mal der Landkreis. Eine Liste, die dich in falscher Sicherheit wiegt, ist schlimmer als gar keine.
Deshalb bekommst du von mir etwas Nützlicheres: wen du je nach Frage anrufst.
| Frage | Wen frage ich? |
|---|---|
| Brauche ich eine Erlaubnis für dieses Gewässer? | Untere Wasserbehörde beim Landkreis oder bei der kreisfreien Stadt |
| Es ist ein Fluss oder Kanal mit Schiffsverkehr | Zusätzlich das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), wenn es eine Bundeswasserstraße ist. Im hessischen Main etwa lässt das WSA Magnetangeln grundsätzlich nicht zu |
| Liegt die Stelle in einem Schutzgebiet? | Untere Naturschutzbehörde |
| Ich finde etwas Altes, vielleicht Historisches | Denkmalschutzbehörde |
| Wer hat hier das Fischereirecht? | Fischereiberechtigter, also Verein oder Pächter – oft über den Gewässerwart erreichbar |
| Ich habe Munition am Magnet | Sofort Polizei über 110, die verständigt den Kampfmittelbeseitigungsdienst bzw. Kampfmittelräumdienst |
Mein Rat: Lass dir die Antwort schriftlich geben, am besten per Mail. Dann hast du am Wasser etwas in der Hand, falls jemand fragt – vielleicht ein Angler mit Erlaubnisschein. Warum dessen Schein für dich keine Rolle spielt, klären wir jetzt.
3. Magnetfischen und Angelschein: Warum das kein Angeln ist
Dein Angelschein erlaubt dir Magnetfischen nicht.
Auflösung: Magnetfischen ist keine Fischerei – es gilt Wasserrecht, nicht Fischereirecht.Das dürfte viele Kollegen überraschen. Fischereischein und Erlaubnisschein gelten fürs Angeln, nicht für den Magneten. Das Nürnberger Umweltamt schreibt ausdrücklich, dass Magnetfischen keine Fischerei im Sinne des Bayerischen Fischereigesetzes ist. Du brauchst also keinen Angelschein, er deckt es aber auch nicht ab.
Trotzdem hat das Hobby sehr wohl mit uns Anglern zu tun. In Baden-Württemberg sind laut den Regierungspräsidien die Fischereiberechtigten immer zu informieren, und in Fischschonbezirken ist Magnetangeln verboten. Logisch: Wer mit einem Magneten über den Grund zieht, wühlt genau dort, wo Fische laichen und Kleintiere leben.
Beispiel Düsseldorf: Pause in der Laichzeit
Ein Punkt, der in den meisten Ratgebern fehlt: Laut Merkblatt der Bezirksregierung Düsseldorf ist an den Gewässern in ihrer Zuständigkeit in der Laichzeit der Salmoniden, also der Lachsartigen wie Forelle, Lachs und Äsche, vom 20.10. bis 15.03. auf Metallangeln (so nennt es das Merkblatt) zu verzichten.
Diese Zeit beginnt jedes Jahr am 20. Oktober. Wer im Regierungsbezirk Düsseldorf im Herbst loslegen will, ist also schnell zu spät dran. Ob es bei dir eine ähnliche Regel gibt, sagt dir deine Behörde.
Dazu kommen weitere Vorgaben aus dem Merkblatt: Magnetangeln sollte nur vom Ufer oder von Brücken aus stattfinden. Das Betreten der Gewässersohle ist laut Merkblatt verboten, die Reinigung der Geräte zwischen Gewässern Pflicht.
Als Angler sage ich: Sprich mit dem Verein oder dem Gewässerwart, auch wenn deren Zustimmung allein rechtlich nicht reicht. Du vermeidest Ärger am Wasser, und oft wissen die genau, wo Altlasten liegen. Und wer nach dem ersten Magnet-Ausflug merkt, dass ihn Fische an der Schnur doch mehr reizen: So machst du den Angelschein online.
So weit zur Bürokratie. Jetzt wird es ernst, denn der eigentliche Grund für all die Auflagen liegt seit dem Zweiten Weltkrieg auf dem Grund.
4. Die echte Gefahr: Kampfmittel
In deutschen Gewässern liegt noch immer Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Granaten, Minen, Brandbomben. Ein Neodym-Magnet unterscheidet nicht zwischen Kochtopf und Sprengkörper.
ca. 50
Mal ist der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg 2024 wegen Funden von Magnetanglern ausgerückt – bei insgesamt 811 Einsätzen im Jahr.
Quelle: Stuttgarter Zeitung, 26.03.2025Im selben Artikel steht auch der Fall aus dem Titel: Im Januar 2025 zog ein 41-Jähriger in Bad Cannstatt eine Panzermine aus dem Neckar, mit dem Magneten. Die Regierungspräsidentin wird mit dem Satz zitiert: „Wir beobachten dieses Hobby mit Sorge.“
Und es ist kein Einzelfall. Die Granate aus Hof, die ich in Kapitel 2 erwähnt habe, war laut Polizei Bayern ca. 35 cm lang, es folgte eine Anzeige nach dem Wasserhaushaltsgesetz. 2019 holten Magnetangler an der Wern bei Thüngen zwei Weltkriegsgranaten heraus, der dritte Fund seit Mitte August. Die Polizei sprach laut Abendzeitung von „Magnetangler-Tourismus“.
Der qualmende Fund: warum nie in den Eimer
Jetzt löse ich auf, was ich dir oben versprochen habe. Am 12.06.2025 zogen Magnetangler in Leipzig an der Plagwitzer Brücke etwas heraus, das an der Luft zu qualmen begann. Es war eine Phosphorbombe, die Polizei richtete einen Sperrkreis von 50 m ein, berichtet die Leipziger Internet Zeitung.
Der Grund: Weißer Phosphor entzündet sich an der Luft, sobald er trocknet, erklärt das Angelmagazin. Wer so ein Teil in den Eimer legt oder ins Auto packt, transportiert eine Brandbombe.
Ein Sprecher der niederländischen Polizei bringt es laut Omroep Brabant sinngemäß auf den Punkt: Schon der Transport ist lebensgefährlich.
Munition am Magnet – so gehst du vor
- Sofort aufhören. Nicht weiter ziehen, nicht anfassen, nicht drehen, nicht genauer anschauen wollen.
- Nicht versuchen, den Magneten vom Fund zu lösen. Der Magnet ist dann eben weg.
- Nicht zurück ins Wasser werfen. Auch nicht „vorsichtig absetzen“.
- Nicht in den Eimer, nicht in den Müllsack, nicht ins Auto.
- Abstand nehmen und andere Leute fernhalten, auch Spaziergänger und Angler in der Nähe.
- Fundort markieren oder dir genau merken.
- Polizei über 110 rufen. Die verständigt den Kampfmittelbeseitigungsdienst bzw. Kampfmittelräumdienst, wie er in deinem Bundesland heißt.
Das Merkblatt der Bezirksregierung Düsseldorf sagt es knapp: unverzüglich den Kampfmittelräumdienst und die Ordnungsbehörde oder Polizei verständigen. In Baden-Württemberg ist dafür landesweit der Dienst beim Regierungspräsidium Stuttgart zuständig. Der Rest ist Handwerk – mit einer Überraschung beim Magneten selbst.
5. Ausrüstung: Magnet, Seil, Handschuhe
Das erklärt auch das Angelmagazin. Am Grund liegt nie die perfekte Stahlplatte, sondern ein rostiges Rohr im Schlamm, das du schräg vom Ufer anziehst.
Mein Rat: Bei doppelseitigen Magneten die Angabe im Kopf durch zwei teilen, weil sie die Summe beider Seiten sein kann – und dann ehrlich mit dem Verlust am Wasser rechnen.
Einseitig oder doppelseitig?
| Einseitiger Magnet | Doppelseitiger Magnet | |
|---|---|---|
| Bauform | Öse oben, Haftfläche unten | Haftflächen an zwei Seiten |
| Einsatz | Senkrecht ablassen, etwa von Brücke oder Steg | Auswerfen und vom Ufer heranziehen |
| Haftkraft-Angabe | Bezieht sich auf die eine Seite | Kann die Summe beider Seiten sein |
Laut Reddit-FAQ hängen einseitige Magnete häufiger fest. Als Angler würde ich es so übersetzen: Der einseitige Magnet arbeitet wie beim Vertikalangeln senkrecht unter dir, der doppelseitige eher wie ein Köder, den du auswirfst und einholst.
Seil, Öse und der Rest
Beim Seil nennt das Angelmagazin Polypropylen oder Polyester mit 8–10 mm Durchmesser und 15–25 m Länge. Polypropylen schwimmt, das hilft, wenn dir das Seilende mal aus der Hand rutscht. Ich würde dafür nicht die Geflochtene oder monofile Schnur aus der Angelkiste zweckentfremden – die empfohlene Seilstärke hat ihren Grund.
Unterschätzt wird die Öse: Laut Reddit-FAQ lösen Vibrationen sie mit der Zeit, deshalb gehört Schraubensicherung, also Gewindekleber, aufs Gewinde. Sonst liegt irgendwann dein eigener Magnet am Grund.
Dazu gehören laut Angelmagazin schnittfeste Handschuhe, ein Wurfhaken, ein Eimer und ein Müllsack. Die Handschuhe sind kein Luxus, rostiges Blech ist scharf.
Neodym-Magnete sind kein Spielzeug
Neodym-Magnete in dieser Größe können dir Finger so heftig einquetschen, dass Knochen brechen. Sie sind außerdem spröde und können beim Zusammenknallen splittern. Lass sie nie unkontrolliert an Stahl schnappen. Und ganz wichtig: Herzschrittmacher und implantierte Defibrillatoren können durch starke Magnete gestört werden. Wer so ein Gerät trägt, klärt das vorher mit dem Arzt.
Ausrüstung steht. Bleibt die Frage, wie du sie einsetzt, ohne nach zehn Minuten im ersten Hänger festzusitzen.
6. So gehst du vor – wo es erlaubt ist
Alles hier gilt nur dort, wo du eine Erlaubnis hast oder die Behörde es zulässt.
Anheben statt schleifen
Laut Reddit-FAQ ist es besser, den Magneten nicht über den Grund zu schleifen, sondern ihn anzuheben, ein Stück versetzt wieder abzusetzen und so den Grund abzutasten. Das gibt weniger Hänger, und du spürst besser, wenn etwas hängen bleibt. Wer schon mal einen Gummifisch am Jigkopf über steinigen Grund gefaulenzt hat, kennt das Gefühl.
Hänger lösen
Anders als beim Angeln kappst du hier nicht einfach die Schnur. Die Community rät, zuerst den Zugwinkel zu ändern und am Ufer entlangzugehen. Klappt das nicht, kann ein Partner das Seil ans andere Ufer bringen und von dort ziehen.
Pass dabei auf: Ein freigerissener Magnet kann regelrecht wegschnellen. Halte Abstand zum Seil und stell dich nicht in die Zuglinie. Und falls sich der Hänger verdächtig nach Granate anfühlt: Checkliste aus Kapitel 4, nicht weiter ziehen.
Typische Fundstellen
Die Community nennt Anleger, Stege, Bootsrampen, Fußgängerbrücken – und Angelstellen. Bei Letzteren klingelt bei mir als Angler natürlich alles. An Stellen, wo gerade jemand angelt, hat ein Magnet nichts verloren. Das ist keine Vorschrift, sondern Anstand am Wasser.
Müll mitnehmen, Funde melden
Das Beste an dem Hobby ist für mich, dass Schrott aus dem Gewässer verschwindet. Dann aber richtig: Was du hochholst, gehört in den Müllsack und dann in die Entsorgung, nicht zurück ins Wasser oder ins Gebüsch. Rostige Teile sind oft brüchig.
Findest du etwas, das mehr als 10 Euro wert ist, musst du den Fund nach § 965 BGB anzeigen, in der Praxis beim Fundbüro. Wirkt etwas alt oder historisch, ist laut Merkblatt Düsseldorf die Untere Denkmalschutzbehörde der richtige Ansprechpartner, anderswo die örtlich zuständige Denkmalschutzbehörde. Und Waffen oder Munition sind ohnehin sofort ein Fall für die Polizei.
Und wer am Ende merkt, dass ihm Raubfische an der Schnur doch lieber sind als Altmetall am Seil: Genau dafür gibt es meine Köderbox Better Fishing, die ich mit meiner Jury zusammenstelle – jeden Monat Premium-Kunstköder für Raubfische. Kein Magnet drin, versprochen.
Falls du im Urlaub mit dem Magneten im Gepäck liebäugelst: Im Ausland ist die Lage teils noch strenger.
7. Blick über die Grenze
Kurz zur Einordnung für den Urlaub – auch hier nur Beispiele, vor Ort nachfragen.
Niederlande: Dort können Gemeinden Magnetfischen per Verordnung verbieten. Vorreiter war 2015 Oisterwijk, später folgten unter anderem Nijmegen, Arnhem, Groningen, Amersfoort und Haarlem. Der Kampfmittelräumdienst der Armee rückte laut Omroep Brabant 2018 78-mal und 2019 rund 100-mal wegen Funden von Magnetfischern aus.
Frankreich: Die Präfektur Loiret hat per Erlass vom 26.11.2021 Magnetfischen in allen Gewässern des Départements verboten – wegen Kriegsmunition.
England und Wales: Der Canal & River Trust erlaubt Magnetfischen auf seinen Wasserstraßen nicht und schreibt, es sei „not actually angling“ – also eigentlich gar kein Angeln.
Schweiz, Kanton Thurgau: Laut Merkblatt vom Februar 2024 gilt Magnetfischen als Eingriff ins Gewässer. Erlaubt ist es nur im Bodensee vom Ufer aus und nur mit Einwilligung der Grundbesitzer. Waffen und Munition müssen zwingend der Kantonspolizei gemeldet werden.
Magnet ist nicht mein Ding, Angeln schon: Auf meinem YouTube-Kanal „Ich geh‘ angeln“ zeige ich dir, wie es am Wasser wirklich läuft – mit Fischen an der Schnur statt Schrott am Seil.
Ich geh‘ angeln abonnieren8. FAQ
Ist Magnetfischen in Deutschland erlaubt?
Nicht pauschal – es gibt keine bundeseinheitliche Regel, vielerorts brauchst du eine wasserrechtliche Erlaubnis oder musst es zumindest anzeigen. Manche Behörden wie die Stadt Nürnberg erteilen in der Regel gar keine Erlaubnis. Frag bei der Unteren Wasserbehörde deines Landkreises oder deiner Stadt nach (Stand 10/2026, keine Rechtsberatung).
Braucht man für Magnetangeln einen Angelschein?
Nein, denn Magnetangeln ist keine Fischerei – aber dein Angelschein erlaubt es dir deshalb auch nicht. Es gilt Wasserrecht. In Baden-Württemberg sind trotzdem die Fischereiberechtigten zu informieren, und in Fischschonbezirken ist es verboten.
Was tun, wenn ich beim Magnetfischen Munition finde?
Sofort aufhören, nichts anfassen, Abstand halten und die Polizei über 110 rufen. Den Fund nicht zurück ins Wasser werfen, nicht in den Eimer legen und nicht transportieren. Weißer Phosphor kann sich beim Trocknen an der Luft entzünden.
Wie stark muss ein Magnet zum Magnetfischen sein?
Wichtiger als die größte Zahl ist, dass du die Angabe richtig liest: Die Haftkraft ist ein Laborwert auf glattem Stahl und sinkt am Wasser deutlich. Bei doppelseitigen Magneten kann sie die Summe beider Seiten sein, rechne dann pro Seite mit der Hälfte.
Darf ich meine Funde behalten?
Nicht automatisch: Funde, die mehr als 10 Euro wert sind, musst du nach § 965 BGB anzeigen, in der Regel beim Fundbüro. Historisch wirkende Stücke gehören zur Denkmalschutzbehörde, Waffen und Munition sofort zur Polizei.
Was kostet eine Genehmigung zum Magnetfischen?
Das legt jede Behörde selbst fest – bei der Bezirksregierung Düsseldorf beginnt die Gebühr laut Merkblatt bei 200 Euro. Andere Behörden haben eigene Gebühren oder erteilen gar keine Erlaubnis – frag bei der zuständigen Wasserbehörde.
Als Nächstes lesen
Wathose: Sie zieht dich nicht runter. Die Strömung schon
Was an der Uferkante und im Wasser wirklich gefährlich wird.
